Gesundheitsinformationen
Alles rund um die Kräutermedizin
Kräuter sind unentbehrlich: Sie würzen und verfeinern unsere Speisen, sie machen Appetit, fördern die Bekömmlichkeit, heilen kleine Wehwehchen, bringen frischen Duft, sie können uns sogar bei der Körperpflege helfen, und sie halten Schädlinge und Ungeziefer aus dem Haus und von Pflanzen fern. Haben wir was vergessen? Ja! Denn Kräuter sind nicht nur würzig und gut duftend, sondern auch noch gesund. Sie enthalten Vitamine, Mineralstoffe und Gerbstoffe. Zum Beispiel hat Dill viel Kalium und Kalzium, bildet in Verbindung mit Öl Vitamin A, Schnittlauch und Petersilie sind reich an Vitamin C und Rosmarin hat unter den Kräutern den höchsten Eisengehalt.
Alle Kräuter, über die wir sprechen, erhalten Sie in getrockneter Form in Apotheken, aus dem eigenen Garten oder auf dem Markt.
Die heilende Kraft von Kräutern
Die bekannteste Vertreterin der Kräuterheilkunde ist wohl Hildegard von Bingen. Im 12. Jahrhundert schrieb diese Äbtissin ein Buch über die Behandlung von Krankheiten mit Tipps fürs Gesundbleiben. Ihre Methode wird noch heute unter dem Begriff “Hildegardmedizin” praktiziert. Allerdings mussten viele Empfehlungen gestrichen werden. Zutaten wie Bärenfett oder Stiergalle gibt es heute einfach nicht mehr in der Apotheke.
Am häufigsten werden Kräuter – auch heute – bei Erkältungskrankheiten eingesetzt. Sie zeigen aber auch Wirkung bei Durchfall oder Schlafstörungen. Allerdings sollten Sie auf Kräuterbehandlung einer Krankheit verzichten und den Arzt aufsuchen,
- wenn die Ursache der Beschwerde nicht bekannt ist,
- wenn Sie mit dieser Erkrankung noch keine Erfahrung haben,
- wenn Sie wegen einer anderen Erkrankung in ärztlicher Behandlung sind,
- wenn sich Ihr Allgemeinzustand verschlechtert,
- wenn Fieber dazukommt,
- wenn Sie allergisch reagieren und
- wenn die Beschwerden sich innerhalb von drei Tagen nicht bessern.
Beachten Sie dies, können Sie sich unbesorgt in der Naturapotheke bedienen. Da die Menschen verschieden sind, reagieren sie auch verschieden auf Kräuter. Bei dem einen wirkt Kamille entzündungshemmend, bei dem anderen hilft dagegen nur die Ringelblume. Also: Nicht gleich verzweifeln, wenn die Wirkung ausbleibt.
Zubereitungsformen
Aufguss: Die teefertigen Pflanzenteile (meist getrocknet) mit kochendem Wasser übergießen. Etwa 15 Minuten abgedeckt ziehen lassen, nach dem Umrühren abseihen (durch ein feines Sieb oder Tuch).
Kaltwasserauszug: Die Kräuter mit kaltem Wasser übergießen (meist ein Teelöffel pro Tasse) und ca. zehn Stunden abgedeckt stehen lassen. Danach umrühren, vor Genuss leicht erwärmen und abseihen.
Abkochung: Sie wird immer frisch zubereitet. Die angegebene Menge des Krauts (meist ein bis zwei Teelöffel je Tasse) mit kaltem Wasser übergießen und unter Umrühren zum Kochen bringen. Bei geringer Hitze jetzt den Tee 10 bis 15 Minuten weiter köcheln lassen. Danach vom Herd nehmen und zugedeckt 10 bis 15 Minuten ziehen und abkühlen lassen. Anschließend abseihen. Bevor Sie in die Behandlung einsteigen können, noch eine Kleinigkeit vorweg: Die Kräuter sollten Sie nicht länger als 14 Tage verwenden. Wechseln Sie dann die Sorte, oder legen Sie eine 14-tägige Pause ein. Der Klassiker unter den heilenden Kräuter ist die Kamille. Als Tee bei Erkältungen, Übelkeit, Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen und Verspannungen, als Dampf-Inhalation bei Schnupfen, Husten und grippalen Infekten, als Umschlag, Kompresse oder Salbe bei Wunden, Verbrennungen, Hautreizungen und –entzündungen. Salbei wird gerne gegen Heiserkeit eingesetzt (auf Salbeibonbons schwören viele Sprecher und Schauspieler). Und auch bei Infektionen der oberen Atemwege verschafft eine Dampfinhalation Linderung. Bei Entzündungen des Zahnfleisches, im Mund und Rachen wird mit einem Salbei-Aufguss gegurgelt, und als Tee hilft er gegen Magen-Darm-Beschwerden und Durchfall.
Den Pfefferminz-Tee kennen wir alle noch aus Kindertagen. Denn bei Übelkeit, Magenverstimmungen und Blähungen verschafft die Pfefferminze Erleichterungen. Auch bei Erkältungskrankheiten und Entzündungen der oberen Atemwege hilft Pfefferminze als Dampfinhalation. Auch Lavendel ist ein kleines Wunder bei Beschwerden im Magen-Darm-Bereich. Seine beruhigende Wirkung als Tee entfaltet Lavendel auch gegen Nervosität und Einschlafstörungen, und bei rheumatischen Beschwerden hilft eine Lavendel-Tinktur.
Kümmel kommt übrigens nicht umsonst so häufig an fettes und reichhaltiges Essen, Kümmel fördert die Verdauung. Kümmel ist bei Magen- und Darmbeschwerden sogar medizinisch anerkannt. Außerdem ist er bakterienhemmend.
Bei Magen-Darm-Beschwerden helfen Tees aus Basilikum, Kümmel, Oregano, Petersilie und Rosmarin. Die Durchblutung fördert ein Bad mit Rosmarin und Thymian. Gegen Appetitlosigkeit helfen sowohl ein Tee aus Lorbeer, Pfeffer, Kümmel, Basilikum, Estragon, Oregano oder Thymian als auch die Zubereitung der Speisen mit diesen Gewürzen. Wer gegen Schlaflosigkeit kämpft, der sollte sich mal einen Tee aus Estragon und Dill brauen. Habe diese Zeilen Sie neugierig gemacht ? Für weitere Informationen halten wir eine Broschüre für Sie bereit.
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