Gesundheitsinformationen

Die Pille von heute

Es gibt kaum ein Arzneimittel, das so gründlich erforscht wurde wie die Pille. Viele Präparate in unterschiedlichen Wirkstoffzusammensetzungen befinden sich auf dem Markt. Generell wird zwischen hoch dosierten und niedrig dosierten (hormonarmen) Pillen unterschieden.

Die heute üblichen hormonellen Empfängnisschutzmittel werden zusätzlich nach verschiedenen Typen differenziert.

Die MINIPILLE enthält lediglich Gestagen. Sie wird täglich ohne Einnahmepause genommen. Gestagene verändern das Sekret des Gebärmutterhalses und machen es für die Spermien undurchdringlich. Das natürliche Zyklusgeschehen bleibt erhalten, der Eisprung wird nicht unterdrückt. Es kommt zur normalen Menstruationsblutung, während der die Minipille weitergenommen wird. Bei diesem Pillentyp ist es wichtig, dass das Präparat täglich zur gleichen Zeit (+- 3Stunden) eingenommen wird.

Ihre Anwendung kommt insbesondere dann in Betracht

  • wenn Östrogene kontraindiziert sind oder nicht vertragen werden
  • bei älteren Patientinnen, die rauchen
  • sowie während der Stillperiode.


KOMBINATIONSPRÄPARATE enthalten immer zwei Hormonkomponenten, nämlich ein Östrogen und ein Gestagen. Sie sind so dosiert,  dass ein Einsprung sicher unterdrückt wird. Ausgewogene Zusammensetzung und niedrige Dosierung sorgen dabei für eine gute Verträglichkeit.

Der gebräuchlichste Typ von Kombinationspräparaten ist die niedrig dosierte Einphasenpille, die sog.  MIKROPILLE, die über 21 Tage die gleiche Kombination von Östrogen und Gestagen pro Tag enthält.

Seit November sind in Deutschland zwei neue Mikropillen auf dem Markt. Beide enthalten eine Kombination von Drospirenon und Ethinylestradiol. Das besondere an den neuen Verhütungsmitteln: Eine bisher beobachtete Gewichtszunahme in den ersten Monaten wird bei Einnahme der Pillen vermieden. Auch Symptome wie Ödeme, Brustspannung und das prämenstuelle Syndrom lassen sich durch die neuen Mikropillen lindern.

MEHRSTUFEN-PRÄPARATE sind den sich zyklisch verändernden hormonellen Verhältnissen im unbeeinflussten weiblichen Organismus nachempfunden. Dabei sind die Hormonmengen in 2 oder 3 Stufen variiert. Die Anlehnung an die natürlichen Hormon­verhältnisse bei 3-Stufen-Präparaten bedeutet, dass das Östrogen nur in der Mitte des Zyklus etwas höher dosiert wird. Dadurch bleibt die gesamte Östrogenmenge pro Zyklus im Vergleich zu z. B.  2-Stufen-Präparaten meist niedriger.

Die Gestagenmenge nimmt, angepasst an den natürlichen Zyklus bis zum Einnahmeende in erforderlichem Maße zu. 3-Stufen-Präparate bieten dabei einen besonders stabilen Monatszyklus.

Nicht täglich an die Verhütung zu denken, das wünschen sich viele Frauen. Dieser Wunsch lässt sich jetzt mit dem Langzeit-Kontrazeptivum Etonogestrel erfüllen: Das Hormonstäbchen, so lang wie ein Streichholz, wird Frauen in den Oberarm direkt unter die Haut gepflanzt. Zum Einsetzen des Hormon-Implantats durch Gynäkologen ist ein spezieller Einweg-Applikator entwickelt worden. Dadurch ist kein Hautschnitt notwendig, lediglich eine örtliche Betäubung. Das Stäbchen ist nicht sichtbar, lässt sich jedoch leicht ertasten und schnell über einen 2mm langen Einschnitt mit einer Klemme entfernen. Das Implantat gibt kontinuierlich das Gestagen Etonolgestrel ab, es sollte aber spätestens nach 3 Jahren entfernt werden.


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